Sonntag, 24. September 2017

Rezension │"Gehen, um zu bleiben - Wie ich in die Welt zog, um bei mir anzukommen" - Anika Landsteiner







Titel:  Gehen, um zu bleiben -
Wie ich in die Welt zog, um bei mir anzukommen
Autor: Anika Landsteiner
Einband: Paperback
Seitenanzahl: 282
Verlag: Goldmann
Meine Wertung: 5 Farbkleckse

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Autorin:  Anika Landsteiner, geboren 1987, absolvierte eine Ausbildung zur Schauspielerin, ehe sie sich der journalistischen Laufbahn zuwandte. Seit 2010 schreibt sie für verschiedene Online- und Printmedien wie ZEITjUNG.de, im gegenteil, Jolie oder The Fernweh Collective. Außerdem hat sie zwei Jahre das renommierte Münchner Stadtmagazin MUCBOOK geleitet und führt den Reiseblog Ani denkt, der sich großer Beliebtheit erfreut. Wenn sie nicht gerade um die Welt fliegt, lebt Anika Landsteiner in München.

Klappentext: Wie weit müssen wir fahren, um irgendwann einmal anzukommen? Die Antwort auf diese Frage muss jeder selbst herausfinden, doch das Wichtigste ist erst einmal das Losfahren. Denn wer nicht wegfährt, kann auch nicht heimkommen. Für Anika Landsteiner ist Reisen eine Herzensangelegenheit, die sie bereits um die ganze Welt geführt hat. Nur wenn man das warme Nest zu Hause verlässt, kann man sich für die Welt öffnen und das entdecken, was man liebt – auch wenn es manchmal mit Strapazen verbunden ist. Mit ihren Beobachtungen und Gedanken zeichnet sie manchmal das große Bild, manchmal spürt sie Zwischentöne auf – ob auf Dschungelpfaden in Kolumbien oder einem staubigen kalifornischen Highway. Der richtige Zeitpunkt zum Losfahren? Immer genau jetzt!

Meinung: Wer mich bereits persönlich kennt oder einige meiner Rezensionen gelesen hat, weiß das Reisen und Kulturen eine Thematik ist, die mich sehr beschäftigt und mit welcher ich mich häufig auseinander setzte. Somit gehören diese Themen besonders bei Bücher zu meinen Liebsten. Durch das Buch " Gehen, um zu bleiben" lernte ich den Blog "anidenkt"  der Autorin Anika kennen. Dieser ist auf jeden Fall wert ihn mal genauer anzuschauen, da sich dort viele hilfreiche Tipps zum Thema Reisen sowie interessante Berichte zu verschiedenen Ländern wiederfinden. Anika absolvierte eine Ausbildung zur Schauspielerin und wohnt in München, auch mal monatelang an anderen Orten der Welt. Über die Ereignisse nach der Ausbildung erfahren wir bereits im ersten Kapitel. Das Buch besteht aus 15 Kapiteln,  jedes davon besitzt einen Oberbegriff und eine kleine Erklärung wobei beides perfekt das folgende Kapitel beschreibt. Anschließend folgt das Land und Datum. Die 15 Kapitel stehen für 15 besondere und einzigartige Reiseerfahrungen die sie nachhaltig stark geprägt und verändert haben. In den einzelnen Kapiteln schreibt sie über ihre unterschiedlichsten Begegnungen mit anderen Menschen, Kulturen, Sitten und Ländern.  Es ist stets alles voller Emotionen und Gedanken über das Erlebte. So schreibt sie ebenfalls offen über negative Ereignisse, Vorurteile, Rassismus u.v.m. .Sie weckt das Fernweh und bringt alte Erinnerungen an alte Reisen wieder zum Leben. Anika zeigt wie wichtig es ist mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, neues auszuprobieren und Kontakt zu Menschen aus verschiedenen Kulturen zu haben. Das ganze ist einfach zu lesen , ist persönlich und ehrlich geschrieben und bereitet einem riesige Lust aufs reisen.

Fazit:  Alles in allem ist es ein sehr schönes und einfach zu lesendes Buch, dass das Fernweh und Interesse an anderen Kulturen weckt. Es ist persönlich, ehrlich und auf jeden Fall lesenswert. Ein muss für alle die mehr als nur All-Inclusive-Urlaub machen wollen.

Dank: Außerdem möchte ich mich natürlich bei dem Goldmann Verlag , sowie der Verlagsgruppe Randomhouse bedanken, die mir dieses Rezensionsexemplar freundlicherweise zugeschickt haben. Ich bedanke mich nochmals bei Ihnen für die Möglichkeit dieses abenteuerliche und interessante Werk rezensieren zu dürfen und für tolle Zusammenarbeit.



Dienstag, 15. August 2017

Rezension │"Die Kunst, allein zu reisen und bei sich selbst anzukommen " - Katrin Zita



Titel:  Die Kunst, allein zu reisen
und bei sich selbst anzukommen
Autor: Katrin Zita
Einband: Paperback
Seitenanzahl: 240
Verlag: Goldmann
Meine Wertung: Farbkleckse

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Autorin: Katrin Zita lebt und arbeitet als selbstständige Unternehmerin, Coach und Journalistin in Wien und Berlin. Nach zehn Jahren in der Architekturbranche und weiteren zehn Jahren in der Medienbranche berät sie heute Klienten mit den Schwerpunkten High-Potential, Leadership und Female Career. Für diverse Firmen ist sie in der Personal- und Persönlichkeitsentwicklung tätig und liebt es, als Spin Doctor neueste Erkenntnisse von ihren vielen weltweiten Reisen in die Unternehmen einzubringen.

Klappentext: Einfach mal spontan die Koffer packen und mit niemandem Reiseziel und Programm abstimmen – wünschen wir uns das nicht alle hin und wieder? Reisejournalistin Katrin Zita macht gerne allein Urlaub und bricht mit dem Klischee, dass Soloreisende einsam sind. Sie zeigt, wie man die unterschiedlichsten Orte dieser Welt mit Leichtigkeit und Lebensfreude kennenlernt und dass man danach Souvenirs wie Selbstvertrauen und Selbstsicherheit im Gepäck hat.

Meinung: Wer von euch bei diesem Buch einen Reiseführer mit allerlei Tipps und Tricks zum Thema allein reisen als Frau erwartet, wird eher weniger davon finden. Das jedenfalls waren auch meine Erwartungen als ich mich für dieses Buch entschied. Ziemlich schnell musste ich jedoch feststellen, dass es sich dabei eher um die Selbstfindung dreht. Es werden zwar am Ende eines Kapitels immer wieder Checklisten und Tipps angeboten, jedoch auf eine ganz andere Art als erhofft.
Tatsächlich würde ich behaupten, dass der erste Teil des Titels nicht unbedingt auf das Buch zu trifft und eher der zweite Teil passend für das Buch ist. Im Fokus des ganzen Buches liegt die Motivation, Inspiration und das Mutmachen etwas alleine zu erkunden und auszuprobieren und dabei sich selbst besser kennen zu lernen. Dabei ist das Reisen eher eine Nebensache die dabei mehr Mittel zum Zweck ist.
Dazu hat die Autorin eine ganz andere Auffassung von Reisen als erwartet, sie spricht von teuren Hotels  und Geschäftsreisen was dazu führte dass ich mich damit nicht wirklich identifizieren konnte. Auch zum Thema sicheres Reise konnte ich nur die Stirn runzeln. Ich hatte mir erhofft mehr Fakten und Tipps zu erfahren wie man bestimmte Situationen meistert und an welchen Orten man womöglich besonders als Frau vorsichtiger sein sollte, stattdessen schreibt die Autorin über ihr verletztes Bein und wie sie bis zum Hotel humpeln musste und erst dort etwas zum kühlen bekam.  Im Allgemeinen wirkt das Buch eher wie eine Biografie als wie ein Sachbuch zum Thema Reisen.  Man erfährt zwar auch etwas von den Reisen der Autorin durch ihre Erfahrungen und Erlebnisse und sie zeigt auch, dass sie als privilegierte Frau in der Lage ist allein zu reisen, von sich selbst überzeugt und genügend Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein besitzt, jedoch lenkt dies von dem tatsächliche Thema deutlich ab.
Durch ihre durchgehend positive Einstellung versucht sie zu ermutigen, zum Nachdenken anzuregen und Lebenshilfe zu leisten. Was für viele Leser wahrscheinlich motivierend und inspirierend und wohlmeinend von der Autorin ist.
Überwiegend Tipps zu verschiedenen Ländern, welche die Autorin in ihren sieben Jahren als Alleinreisende kennen gelernt hat wären durchaus interessanter und hilfreicher gewesen. Obwohl viele Themen erwähnt wurden, wurde vieles vereinfacht erklärt und nur oberflächlich angeschnitten.
Auch die Aussage der Autorin, dass man auf seinen Biorhythmus hören sollte, empfinde ich als kritisch. Auf seinen Biorhythmus zu hören und den Tagesablauf diesen anzupassen, gelingt dem durchschnittlichen Menschen eher schwierig, da man an feste Arbeitszeiten gebunden ist und dies somit nur bedingt anwenden kann.
Jedoch muss auch gesagt werden, dass das Buch sehr locker und leicht zu lesen war. Die Checklisten sind eine tolle Idee um das geschriebene nochmal zusammen zufassen und auch der Vorschlag die einzelnen Kapitel je nach Interesse zu lesen ist recht ansprechend.

Fazit: Alles in allem hat das Buch meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Statt einer Reiselektüre stellte sich das Buch als ein psychologischer Ratgeber dar, welchen ich allen die genau daran interessiert sind empfehlen würde. Als Mutmacher und Motivationsquelle eignet sich das Buch super. Am Anfang eines Kapitels findet man ebenfalls sehr interessante Zitate die zum nachdenken anregen. Sowie der Inhalt selbst, mit welchen die Autorin helfen und zu bestimmten Situationen Rat geben wollte. Jedem der mehr über sich selbst etwas erfahren und neues allein ausprobieren möchte ist dieses Buch zu empfehlen.

Dank: Zudem möchte ich mich natürlich bei dem Goldmann Verlag , sowie der Verlagsgruppe Randomhouse bedanken, die mir dieses Rezensionsexemplar freundlicherweise zugeschickt haben. Ich bedanke mich nochmals bei Ihnen für die Möglichkeit dieses interessante Werk rezensieren zu dürfen und für ihr Geduld und tolle Zusammenarbeit.


Montag, 17. Juli 2017

Rezension │"113 einseitige Geschichten" - Franz Hohler








  Titel:113 einseitige Geschichten
Autor: Franz Hohler
Einband: Hardcover
Seitenanzahl: 144
Verlag: btb
Meine Wertung: 5 Farbkleckse

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Autor: 
Der Schweizer Schriftsteller, Kabarettist und Liedermacher Franz Hohler, selbst ein Meister der pointierten Kurzprosa, liebt kurze Erzählungen und sammelt seit Jahren Geschichten, von denen keine länger als eine Seite ist. Die Auswahl umfasst sowohl groteske und lustige als auch traurige und anrührende Erzählungen. Als Autoren finden sich dabei viele bekannte, aber auch weniger bekannte Autoren. Schon die Klassiker, wie Kleist, Lessing, Hebel und später Kafka, Brecht, Canetti und Polgar widmeten sich der kurzen Form, die aus dem Alltäglichen etwas Besonderes macht. „Etwas anzufangen und überraschend aufzuhören, ist besser als etwas anzufangen und nie damit aufzuhören“, bemerkte Hohler in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. 

Klappentext: Franz Hohler liebt kurze Erzählungen, auch er gilt als »Meister der kleinen Form«. Seit Jahren sammelt er Geschichten, von denen keine länger als eine Seite ist. Seine Sammlung reicht von Äsop bis Alexander Kluge, von Alfred Polgar bis Anette Pehnt, von Leo Tolstoi bis Christine Nöstlinger. Traurige, lustige, anrührende, grotesk zugespitzte und mit viel Hintersinn erzählte Geschichten, denen nicht nur die miniaturhafte Kürze gemeinsam ist. Jede von ihnen entfaltet auf knappstem Raum einen Kosmos, der den Alltag und das gewohnte Leben rasch verblassen lässt und eine viel reichere Welt der Phantasie, des Unwahrscheinlichen und kaum für möglich Gehaltenen zum Vorschein bringt. 113 einseitige Geschichten hat Franz Hohler in diesem Band versammelt – 113 Seiten überraschender und immer wieder von Neuem bezwingender Lesegenuss.

Meinung: Ich habe mich schon immer für Kurzgeschichten interessiert, jedoch nie wirklich mich mit Ihnen befasst. Somit war dies eine gute Möglichkeit. Der Klappentext weckte mein Interesse an dem Thema noch mehr, weshalb ich mich schließlich entschied mich intensiver mit dem Thema zu befassen
Es werden viele bekannte Autoren und deren Worte wiedergegeben, darunter die Brüder Grimm, Alexander Kluge, Kafka und viele mehr. So werden auch interessante und spannende aber auch unbekannte Texte, wie zum Beispiel von Simon (7 Jahre) erzählt.
Die Wahl der Geschichten scheint ohne wirklichen Grund und recht beliebig. Jede Geschichte ist nie länger als eine Seite, kann jedoch auch nur aus 2 Zeilen bestehen.
Das Cover ist recht passend gewählt und auch sehr schön anzusehen.

Auch wenn es scheint, als ob das Buch weder eine chronologische noch thematische Gliederung besitzt, konnte ich allerdings im Laufe des Buches dennoch eine vorfinden. Nicht immer waren alle Geschichten eines Themas hintereinander geordnet, trotzdem fand man stets eine Doppelseite bei dem dies der Fall war. Die Geschichten so absurd und schräg viele auch sind bringen einen öfter zum Nachdenken und zeigen Situationen, hinter denen oft eine spannende, längere und emotionale Geschichte vorzufinden ist. Besonders die absurden und nachdenklichen Texte begeistern mich sehr.
Ein schönes Buch, welches man immer wieder zwischen durch lesen kann.

Fazit: Alles in allem ist es ein schnell zu lesendes Buch, welches perfekt für Bahnfahrten und unterwegs ist. Es beinhaltet sowohl unbekannte als auch bekannte Autoren und garantiert den Lesespaß. Es ist einfach und angenehm zu lesen und bringt die unterschiedlichsten Emotionen hervor.


Dank: 
Außerdem möchte ich mich natürlich bei dem btb Verlag , sowie der Verlagsgruppe Randomhouse bedanken, die mir dieses Rezensionsexemplar freundlicherweise zugeschickt haben. Ich bedanke mich nochmals bei Ihnen für die Möglichkeit dieses interessante Werk rezensieren zu dürfen und für tolle Zusammenarbeit.


Dienstag, 27. Juni 2017

Rezension │"Wo Ja Nein bedeutet" - Franziska von Au







  Titel:  Wo Ja Nein bedeutet -  Die verrücktesten Tabus,
Missverständnisse & Fettnäpfchen aller Welt
Autor: Franziska von Au
Einband: Hardcover
Seitenanzahl: 144
Verlag: Bassermann
Meine Wertung: 4 Farbkleckse

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Autorin: Hinter dem Namen Franziska von Au versteckt sich die Buchautorin Christina Zacker. Vor allem Themen wie Tradition und Brauchtum liegen ihr sehr am Herzen. Wahrscheinlich aufgrund der Tatsache , dass Sie Nachfahrin einer adligen Familie ist. Nachdem Sie die Ausbildung zur Journalistin in München beendet hat, war sie als Redakteurin und Textchefin sowie als Kolumnistin bei Tageszeitungen und Frauenmagazinen tätig. Mittlerweile arbeitet Sie seit Jahren als freiberufliche Buchautorin. Unter dem Namen Franziska von Au, der Name ihrer Urgroßmutter, hat Sie bereits zahlreiche erfolgreiche Bücher verfasst. Unteranderem auch 2013 als bei Heyne der Titel "Rote Bete: Die heilsamen Kräfte der Wunderknolle"  erschien. 


Klappentext: Reisen ist Teil unseres Lebens und damit auch die Begegnung mit Menschen aus anderen Ländern. Haben Sie gewusst, dass man dabei, selbst bei unseren europäischen Nachbarn, allerhand verkehrt machen kann? Das beginnt mit einfachen Gesten - Kopfschütteln für ein Ja, Kopfnicken für ein Nein; einen "Vogel" gezeigt zu bekommen kann heißen, dass der andere einen für richtig clever hält. Natürlich machen die Fettnäpfchen beim Essen nicht Halt - Geräusche dabei sind nicht immer verpönt und die "falsche" Haltung des Bestecks kann Verwunderung auslösen. Und dass die Wahl eines bestimmten Desserts eine klare Aufforderung ist, den Abend im Bett zu beenden, kann zu wirklich peinlichen Missverständnissen führen. Davor schützen die Hinweise in diesem Buch, das voller Überraschungen steckt.

Meinung: 
Durch mein Interesse an verschiedenen Kulturen, Bräuchen und Regeln aus aller Welt stieß ich auf dieses interessante Werk. Das Cover ist minimal, in zwei Farben und mit wenig Bild gehalten. Es ist recht ansprechend, jedoch wäre womöglich eine größere Version der Weltkugel und ein kleinerer Untertitel ebenfalls von Vorteil. Das Papier fand ich nicht treffend ausgewählt, jedoch auch nicht weiter störend und für einen Preis von 5€ völlig in Ordnung.
Das Buch besteht aus 10 Kapiteln, bei denen pro Kapitel ein Thema angesprochen wird. So werden Tischsitten, angebrachte Geschenke und auch verschiedene Gesten und ihre Bedeutung in unterschiedlichen Ländern erwähnt. Ein weiteres Details, welches mir ins Auge gefallen ist und ich sehr schön fand, ist die kleine Hand in der unteren rechten Ecke, welche wenn man das Buch wie ein Daumenkino schnell durchblättert sich hin und her bewegt und somit ein mit dem Finger wackelndes "Nein" entsteht. Eine sehr unscheinbare und doch passende Idee. Bei den verschiedenen Kapiteln kriegt man als Leser sehr viel Information, auf bereits sehr wenigen Zeilen. Es wird knapp und deutlich erklärt und die Fakten werden stets auf den Punkt gebracht. Man bekommt die Möglichkeit sich den heimischen Sitten und Bräuchen in einer kurzen Zeit vertraut zu machen, sodass peinliche Situationen gar nicht erst entstehen können. Eine wunderbares Buch um sich kurz vor einer Reise zu informieren und Missverständnisse vorzubeugen.  Vermutlich ist mittlerweile nicht mehr alles ganz aktuell und nicht unbedingt pauschal auf ein ganzes Land übertragbar oder auch nur teilweise zutreffend. Es ist sehr angenehm und schnell zu lesen. Ein tolles Buch für zwischendurch, besonders vor einer anstehenden Fahrt ins Ausland.

Fazit: Alles in allem ist es ein sehr informatives, kompaktes und interessantes Buch. Es ist auf jeden Fall zu empfehlen sich dieses durchzulesen und sich besser über andere Kulturen und Bräuche zu informieren. Es ist sehr angenehm und schnell zu lesen.

Dank: Zudem möchte ich mich natürlich bei dem Bassermann Verlag , sowie der Verlagsgruppe Randomhouse bedanken, die mir dieses Rezensionsexemplar freundlicherweise zugeschickt haben. Ich bedanke mich nochmals bei Ihnen für die Möglichkeit dieses interessante  und unterhaltsame Werk rezensieren zu dürfen und für tolle Zusammenarbeit.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Rezension │"Nichts gesucht. Alles Gefunden. - Meine Reise auf dem Jakobsweg" - Jean-Christophe Rufin








Titel: Nichts gesucht. Alles Gefunden. 
- Meine Reise auf dem Jakobsweg
Autor: Jean-Christophe Rufin
Einband: Paperback
Seitenanzahl: 256
Verlag: Penguin
Meine Wertung: 5 Farbkleckse

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,, In dem Maße, wie uns das Leben formt, wie es uns mit Verantwortung und Erfahrungen belädt, erscheint es uns zunehmend unmöglich, ein anderer zu werden und das drückende Kostüm abzuwerfen, das unsere Pflichten, Erfolge und
 Irrtümer für uns geschneidert haben.“ (S.43)

Autor: Jean-Christophe Rufin, geboren 1952 in Bourges, ist Autor zahlreicher Romane und Essays und Mitglied der Academie Francaise. 2001 wurde er mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Vor allem aber ist er Arzt  langjährige Vizepräsident der Organisation  >> Ärzte ohne Grenzen<< und Vorreiter des humanitären Engagements, ein großer Reisender.

Klappentext: Als Jean-Christophe Rufin sich auf den Weg macht nach Santiago de Compostela, ist er weder Pilger noch auf der Suche. Eigentlich will er einfach nur auf dem seit Jahrhunderten und seit Hape Kerkeling bedeutenden Jakobsweg wandern. Doch unterwegs auf den 900 Kilometern des Camino del Norte kann er sich der Alchemie des »ewigen Weges« nicht entziehen.

Meinung:  Der Jakobsweg ist ein Thema, welches mich seit meinem 14. Lebensjahr interessiert und welchen ich hoffe irgendwann selber gehen zu können. Mein eigentlicher Wunsch war es nach dem Abitur mit meinem Freund diesen wandern zu können, jedoch klappte dies leider nicht wie erhofft. Solange ich auf die Gelegenheit warte ebenfalls ein Pilger werden zu können, lese ich nun mal verschiedene Bücher über Santiago de Compostela. Ich habe erwartet, dass der Autor vieles bereits vergessen habe, dies war jedoch trotz dem Fakt, dass er sich während der Wanderung keine Notizen machte, nicht der Fall. Gestartet hat er in Hendaye , war sich jedoch zunächst unsicher, welchen Weg er einschlagen möchte. Die Wahl lag zwischen dem Pyrenäen Marsch und dem Jakobsweg. Schlussendlich wurde es wie erwartet der Jakobsweg, welchen er ca. 40 Tage gewandert ist. Dabei schreibt der Autor, dass die Wahl des Startpunktes dabei liegt, zuerst zu entscheiden, ob man entweder zu Hause oder woanders los geht, und anschließend wo genau. Idealerweise wäre es wie Savoyarde direkt von zu Hause aus starte. Ein Zitat von dem Autor war folgendes:,, Der Unterschied zum Jakobsweg liegt darin, dass Santiago de Compostela keine Strafe ist, sondern eine selbst auferlegte Prüfung.“ (S.12 Mitte). Der Jakobsweg ist laut Rufin ein Prozess ,deswegen spielt die Zeit eine entscheidende Rolle. Sowohl bei dem Weg selbst als auch bei der Entscheidung des Startortes, abhängig davon wie viel Zeit man hat, verlegt man den Start näher an das Ziel. Dass Ziel selbst ist für jeden Pilger gleich – Santiago, dass einzige was sie unterscheidet ist der Startpunkt, so wird auch nicht gefragt, wer man ist sondern woher man kommt bzw.  wo man gestartet ist und so bildet sich eine ,,subtile Hierarchie..“ (S.15).  Im Buch wurde die Frage gestellt, welchen Sinn es hat, im 21. Jahrhundert einen solchen Weg zu Fuß zurück zu legen – diese Frage ist sehr interessant und die Antwort darauf variiert von Mensch zu Mensch. Der Autor beschreibt eine wunderschöne Natur  und die Natur selbst wunderschön.  Er schreibt sehr detailreich und interessant und es gelingt ihm immer wieder den Leser zu fesseln. Jean lässt dabei örtliche Gegebenheiten und Ereignisse, genauso wie Begegnungen mit der heimischen Bevölkerung und Pilgern nicht aus. So erwachten bei mir als er von San Sebastian schrieb Erinnerungen an meinen damaligen Aufenthalt dort. Bei dem ganzen bleibt er stets ehrlich und offen, und verleiht einem immer wieder durch seinen humorvollen Schreibstil, dem es an Ironie nicht fehlt, ein Schmunzeln im Gesicht. Er transportiert Gefühle und teilt mit uns seine Erfahrung und ist dabei aufrichtig und offen. Er sprach ebenfalls den Mangel an Komfort und äußerste Einfachheit an mit der man während des Jakobsweges konfrontiert wird. So schrieb er auch :,,  Ich verstand, wie nützlich es war, alles zu verlieren, um das Wesentliche wiederzufinden.“ (S.48). So fand ich es interessant welche Arten von Personen er traf und wie er mit diesen klar kam . Er war hauptsächlich allein unterwegs bis es seine Frau Azeb in Lugo traf, um die letzten Kilometer mit ihr gemeinsam zu wandern. Dabei wurde ihm klar , wie aufgeregt und ungeduldig Neuankömmlinge sind , und wie viele unnötige Dinge man zu Beginn mit sich trägt. Je länger man wandert, desto freier von Ungeduld wird man. Außerdem entwickelt sich der Zeitbegriff und der Glaube. Er selbst entdeckte den Glauben und sein Interesse an religiösen Anrichtungen bzw. das buddhistische  Glücksgefühl. Man solle die touristischen Erwartungen ablegen, denn der Pilger sei kein Tourist. In einem Punkt war ich  mit dem Autor nicht einverstanden, er schreibt, dass Notizen oder Tagebuch zu führen unnötig sei, und man nicht an der Vergangenheit festhalten sollte. Er riss selbst immer wieder Zettel aus seinem Reiseführer, sobald er den jeweiligen Ort gesehen hat. Jean-Christophe Rufin redet nichts schön und stellt es genauso dar, wie er es empfunden und wahr genommen hat und besonders am Ende wird dies dem Leser verstärkt klar.  Durch die Ankunft in Santiago wird man in die Gegenwart zurück geholt, die Pilger in dieser Stadt werden nicht wie sonst mit Neugier betrachtet und mit Freundlichkeit behandelt, sondern ignoriert. Der Autor ist von der letzten Etappe nicht begeistert und fühlt sich je näher er dem Ziel kommt immer einsamer und fremder. Die „unehrlichen“ Pilger werden immer mehr, dabei betont er auch ,dass nur „wahre“ dh. zum Beispiel die wandernden Pilger das Privileg auf eine Urkunde haben. Alles in allem schreibt er sehr realistisch, humorvoll, detailreich und äußerst interessant. Ich habe das Buch zweimal gelesen und finde es nach dem zweiten mal lesen, sogar noch besser. Er teilt seine ehrlichen Erfahrungen und erklärt dabei das Konzept des Jakobsweges und die historischen Hintergründe, ohne dass man das Gefühl bekommt ein Schulbuch zu lesen.


Information:
In dieser Spalte befindet sich jegliche Information über den Jakobsweg, welche ich für interessant und hilfreich empfunden und im Buch gefunden habe.

Eines der wichtigsten Themen auf den Santiago de Compostela ist der Pilgerpass.
Dabei ist Compostela lateinisch für Beweis der Pilgerreise. Es wird am Ende ebenfalls eine Pilgerurkunde in lateinischer Sprache ausgestellt. Der Pilgerpass selbst kostet ca. 3€. Mit diesem kann man in Pilgerherbergen übernachten. Dafür ist das lateinische Wort  Credencial. Der Pilger ist ständig auf der Suche nach Stempel, womit er seinen Pilgerpass abstempeln kann.  Die Stempel findet man nicht nur in Touristeninformationszentren, sondern auch in Apotheken, Bars, Postämter und oder Polizeirevieren. Wenn man sich als Pilger registrieren lässt bekommt man Studien, Einladungen zu Wanderausflügen und Versammlungen, wobei sich der Pilgerstammtisch trifft – eine Registrierung ist jedoch nicht notwendig.

Die Pilgerherbergen sind ausgestattet mit Küche, Gemeinschaftsdusche und Schlafzimmer. Da die Pilger die meiste Zeit damit verbringen möglichst wenig zu zahlen sind die Preise sehr bescheiden. Auch wenn der Pilger nicht arm ist, so benimmt er sich genauso.

Wildes zelten ist in Spanien streng verboten, dennoch gibt es sehr große Nachsicht.

Die Dauer des Jakobsweges ist Personen und Distanzabhängig, der Autor brauchte ca. 40 Tage. Dabei ist die Mindestdistanz die man bewältigen muss, um eine Pilgerurkunde zu kriegen 100km für Fußgänger und 200km bei Radfahrern. „Wahre“ Pilger reisen nicht mit Bus, Zug oder Flugzeug und übernachten auch nicht in Hotels. Um dem richtigen Weg zu folgen gibt es Markierungen, diese sind zum Beispiel Ecksteine aus Zement die mit einer Muschel versehen sind, ein gelber Pfeil oder auch Beschriftungen.



Schuhe sind ebenfalls ein wichtiges Thema, da man täglich ca. 8-10h damit verbringt zu wandern, sollte man bei Schuhen nicht geizen. Vor allem aber sollte man diese einlaufen, bevor man los wandert. Außerdem sollte man bei der Kleiderwahl klug handeln, da man nur eine beschränkte Anzahl an Kleidungsstücken mit nehmen kann sollte man eine bedachte Wahl treffen, eine mangelnde Hygiene ist mit vorprogrammiert.

Interessante Orte:
Es wurde ein gewisses Hotel erwähnt zu welchen man von selbstgebastelten Schmetterlingen geleitet wird, dort sind die Preise wohl bescheiden , trotz sehr guter Ausstattung. Genauso wurde eine Frau aus einem Lebensmittelladen erwähnt, wo es sich lohnt vorbei zu gucken (S.179-186). Santillana del Mar soll laut Jean das schönste Dorf Europas sein, deswegen ist dies evtl. auch einen Besuch wert.

Historisch:
Oviedo war für mittelalterliche Pilger ein unumgängliches Etappenziel und Salvador war der erste Zielpunkt der Pilgerfahrt von Jakobus – von dort aus beginnt auch der Camino Primitivo.

Die Stadt Lugo wird von einer römischen Stadtmauer, die ca 10-12m hoch ist umschlossen und ist ebenfalls ein UNESCO Weltkulturerbe.

Die traditionelle Kleidung eines Pilgers früher war: Pilgerstab, Muschel, Umhang, Hut,  Jakobskreuze, Kalebassen und ein Quersack.

Es gibt einen Mochila (Rucksack) – Express, welcher den Rucksack bis zum Ziel liefert.

Laut Autor sind ehrenhafte Startpunkte folgende:
Saint-Jean-Died-de-Port
Hendaye
Somportpass - hierfür kriegt man viel Annerkennung von Mitgliedern der Bruderschaft
Oviedo - wegen geschichtlicher begründeter Toleranz
Camino Primitivo - (von d. Hauptstadt Asturiens) = kürzer, wird jedoch trotzdem mit Respekt betrachtet, da es sehr gebirgiges Gelände durchquert, große Höhenunterschiede hat und dies der ursprüngliche Weg bzw Route ist die König Alfons II von Asturien im 9. Jahrhundert gegangen ist, um die berühmten sterblichen Überreste des heiligen Jakobus zu sehen die ein Mönch entdeckt hat.

Ein typischer Startpunkt ist der Camino Primitivo oder auch von der französischen Grenze aus. Der Startpunkt hängt davon ab, wie viel Zeit man hat, was man besichtigen möchte und welche Interessen man besitzt.

Es gibt zwei große Routen von der französischen Grenze aus:
1. Camino frances - meistfrequentierte
2. Küstenweg = nördlicher Weg - dieser ist schwieriger und schlechter gekennzeichnet

Durchschnittlich wandert man rund 30km pro Tag.
Meist hängt die Jakobsmuschel an dem Rucksack des Pilgern, wodurch man diesen schnell als einen ausmacht.

Route: Bevor ich die Karte auf den letzten beiden Seiten gefunden habe , habe ich mir bereits jeden Ort an den der Autor erwähnt hat notiert. Dies tat ich um mir selbst eine Karte zu erstellen um besser veranschaulichen zu können, welchen Weg der Autor auf sich gebracht habe. Die Karte des Autors ist nicht weniger gut, ich habe bloß alles bereits aufgeschrieben, bevor ich diese entdeckt habe.  Die Zeitangabe von Google stimmt natürlich nicht, deswegen diese bitte ignorieren. Zusammengerechnet sind es ca 1020 km.




Fazit: Alles in allem ist es ein sehr humorvoller, interessanter, detailreicher Roman, welcher nicht alles schön redet, sondern auch das Negative so ins Licht rückt wie der Autor es wahrnimmt. Meine Neugier auf den Jakobsweg wurde durch den Inhalt verstärkt und mein Verlangen den Weg selbst zu wandern wuchs enorm an. Zudem wuchs das Fernweh und viele Erinnerungen an eigene Reisen erwachten beim Lesen des Buches wieder. Ein sehr abenteuerlicher Roman, welchen ich nur weiter empfehlen kann und jedem der an dem Jakobsweg interessiert ist ans Herz legen würde.

Dank: Ein großer Dank gilt natürlich dem Penguin Verlag, welcher mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zugeschickt hat. Hiermit möchte ich mich nochmals bei Ihnen  und bei dem Bloggerportal Randomhouse für die Möglichkeit dieses Werk zu rezensieren bedanken.



Sonntag, 23. April 2017

Rezension │"Die Städtesammlerin - Mit der Linie 4 an die entlegensten Orte der Welt " - Annett Gröschner








Titel:  Die Städtesammlerin -
 Mit der Linie 4 an die entlegensten Orte der Welt
Autor: Annett Gröschner
Einband: Paperback
Seitenanzahl: 224
Verlag: Penguin
Meine Wertung: 5 Farbkleckse

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Autorin: Annett Gröschner, 1964 in Magdeburg geboren, studierte Germanistik in Berlin, wo sie seit 1983 lebt. Für ihr schriftstellerisches Werk, das Sachbücher, Theaterstücke, Gedichte, Dokumentarliteratur wie Prosa umfasst, wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Außerdem schreibt sie als Journalistin für verschiedene Zeitungen, das Radio und veröffentlicht im Netz. An den Städtebildern in Die Städtesammlerin. die ursprünglich bei DVA unter dem Titel Mit der Linie 4 um die Welt erschienen sind, arbeitet Annett Gröschner seit 2003. Für diesen Band hat sie auch neue Reisen unternommen.


Klappentext: Annett Gröschner ist eine leidenschaftliche Sammlerin: Sie sammelt Lebensgeschichten, sie sammelt Alltag, und sie sammelt Städte. Ob in Alexandria, Kasan oder Peking – immer besteigt sie Bus oder Straßenbahn der Linie 4, denn die fährt in Bezirke, die den wahren Charakter der Stadt enthüllen. In ihrem Fahrtenbuch erzählt sie von ihren Begegnungen: In der 4 in Tartu wird viel geküsst; in Tel Aviv sitzt sie neben einer jungen Soldatin, deren Gewehr ihr an die Hüfte drückt. Über das Heute dringt Annett Gröschner in das Gestern vor und verknüpft souverän Geschichte mit Politik, Architektur-mit Literaturgeschichte, Abenteuer mit Lebensphilosophie – unprätentiös und poetisch, warmherzig und lustmachend.

Meinung: Das Buch besteht aus 18 gesammelten Reportagen, welche zwischen den Jahren 2003 und 2016 entstanden sind. Diese wurden zuvor in dem Buch Mit der Linie 4 um die Welt gesammelt und wurden nun aktualisiert und überarbeitet in dem neuen Werk veröffentlicht. Alles fängt an in der Straßenbahn in Magdeburg, welche die Autorin später in Rumänien wiederfindet. Annett Gröschner schreibt detailreich, interessant und amüsant. Man kann sich das Geschriebene vor Augen vorstellen und hervorragend in die Situation hineinversetzten. Man wird mit den verschiedensten fremden Städten vertraut und erfährt Geschichten von den unterschiedlichsten Menschen. Besonders in Russland stiegen viele Erinnerungen hoch und das Gefühl von Heimat verstärkte sich enorm. Mein Interesse an den anderen fremden Kulturen, Menschen, Städten und Ländern wuchs rasant und extrem. Ich konnte mir alles lebhaft vorstellen. Durch die Reportagen lernt man verschiedene Reisende der unterschiedlichsten Linie 4 kennen und dazu deren Geschichten und die der verschiedenen Städte und Länder, welche die Autorin besucht. Zwar kann man den Titel auch ein wenig falsch verstehen, was ich zuerst auch tat, jedoch wird der eigentlich Gedanke am Anfang der ersten Reportage bereits klar. Annett Gröschner fährt nicht mit einer Linie 4 durchgehend durch die Welt, sondern sucht in allen möglichen Ländern nach der Linie 4 und fährt dann mit der Linie durch die vorgesehenen Haltestellen. Dazu gehört alles was über der Erde fährt – Tram, Straßenbahn, Bus und Marschrutka. Dabei versteht man wie unterschiedlich die Linien und deren Strecken sein können genauso wie die Menschen die mit der Linie fahren. Die Autorin schreibt sehr unterhaltsam und verstärkt das Fernweh Gefühl. Das Lesen des Buches macht sehr viel Spaß und es gab keinen Moment an dem ich ihr nicht gerne zugehört oder den Wunsch das Buch wegzulegen verspürt habe. Man erfährt nicht nur über die historischen Ereignisse der Städte und Länder, sondern lernt ebenfalls vieles über Künstler und Dichter kennen. Dadurch, dass das Buch eine Sammlung von Reportagen ist und diese nicht miteinander verknüpft sind, ist es ein wunderbares Buch zum hin und her blättern, wenn man mal zbs. Mehr oder weniger Lust auf ein bestimmtes Land hat.

Fazit: Alles in allem ist es ein sehr unterhaltsames, interessantes und passendes Buch für jeden der Fernweh verspürt und gerne (mit öffentlichen Verkehrsmittel) reist. Es eignet sich sehr gut um des in der Bahn oder im Bus zu lesen und von Alltag abzutauchen- auch wenn nur für ca. jeweils 10 Seiten je Land. Man erfährt viele verschiedene historische Geschehnisse und beeindruckende Menschen und Orte. Für jeden der an der Welt und am Erkunden dieser interessiert ist.


Dank: Zudem möchte ich mich natürlich bei dem Penguin Verlag , sowie der Verlagsgruppe Randomhouse bedanken, die mir dieses Rezensionsexemplar freundlicherweise zugeschickt haben. Ich bedanke mich nochmals bei Ihnen für die Möglichkeit dieses abenteuerliche und interessante Werk rezensieren zu dürfen und für tolle Zusammenarbeit.








Rezension │"Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist" - Matthias Eckoldt







Titel: Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist
Autor: Matthias Eckoldt
Einband: Paperback
Seitenanzahl: 256
Verlag: Pantheon 
Meine Wertung: 5 Farbkleckse

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Autor:
 Matthias Eckoldt, 1964  in Berlin geboren, studierte Philosophie, Germanistik und Medientheorie. Er veröffentlichte Romane, Fachbücher und Essays, zuletzt Die Intelligenz der Bienen (zusammen mit dem Neurowissenschaftler Randolf Menzel) sowie den Gesprächsband Kann das Gehirn das Gehirn verstehen? über die Hirnforschung und die Grenze unserer Erkenntnis.Des Weiteren verfasste Eckoldt mehr als fünfhundert Radiosendungen zu kulturphilosophischen und naturwissenschaftlichen Themen. Für die Arbeit wurde er unter anderem mit dem idw-Preis für Wissenschaftsjournalismus ausgezeichnet. Zurzeit lehrt Eckoldt als Schreibdozent an der FU Berlin.

Klappentext:
 In den vergangenen Jahrhunderten mussten die Wissenschaftler, die unser Gehirn erforschten, ihre Konzepte immer wieder verwerfen – was einmal glanzvoll bewiesen schien, galt bereits wenig später als widerlegt. Und auch heute nehmen die offenen Fragen eher zu als ab – können wir unser Gehirn überhaupt verstehen? Und woher wissen wir, wie wir fühlen und denken?

Der vielfach prämierte Wissenschaftsautor Matthias Eckoldt nimmt uns mit auf einen anregenden und kenntnisreichen Streifzug durch die Geschichte des Gehirns und seiner Erforschung, die von der Steinzeit bis ins heutige Internetzeitalter reicht, vom »Lebensgeist« der Griechen bis zu Spiegelneuronen und modernen Netzwerktheorien.


Meinung: Durch den Biologie-Unterricht und meine Präsentationsleistung im Fach Biologie über das Gehirn des Menschen und die Entwicklung dessen wuchs mein Interesse daran. Deswegen entschied ich mich dazu mein Wissen darüber aufzufrischen und zu erweitern und meine neu gewonnene Neugierde über die Seele zu befriedigen. 
Das Buchcover ist sehr ansprechend und schön illustriert. Das Durcheinander und die Glühbirnen darüber und darin geben bereits eine Idee über den Inhalt des Büches genauso auch der Titel. Der Titel entspricht dem Inhalt, die Geschichte ist wirklich kurz, jedoch sehr umfangreich und gut strukturiert und gibt einem einen Überblick über die Hirnforschung und die Entwicklung des Gehirns. Dem Untertitel würde ich dagegen nicht ganz zustimmen, auf "woher wir wissen wie wir fühlen und denken" wurde nicht genügend eingegangen.
Die Geschichte von Gehirn und Geist fängt mit dem Fund von Schädelknochen des Menschen an, in denen Löcher zu finden sind und auf eine ältere Version von Operationen am Gehirn hindeuten.
Matthias Eckoldt beginnt bei "Null" und arbeitet sich strukturiert durch die Epochen hindurch.Angefangen bei der Antike, wo der Sitz des Geistes nicht dem Kopf zugeteilt wird und Platon die "Natur der Seele" dreigeteilt hat. Durch die Epochen hinweg bekommt das Gehirn immer wieder  neue Metaphern. Galenus schließt das antike Projekt der Hirnforschung ab und sieht dabei Parallelen zum Wasser, wodurch es zu der Metapher des Brunnen kommt. Daraufhin folgt die Epoche des Mittelalters und Renaissance, in denen die Metapher für das Gehirn die Orgel darstellt. Anschließend folgt die Neuzeit mit dem Vergleich von Telegraph und Landkarte. Schließlich folgt die Moderne mit dem Chemiebaukasten und dem Computer. Abschließend wird in der Gegenwart die Metapher des Internets verwendet und mit dem Gehirn verglichen. Die vielen Metaphern über die Zeit hinweg zeigen die vielen Facetten der Hirnforschung und Hirntätigkeit und das wandelnde Selbstbild des Menschen. Die Orientierung der verschiedenen Modelle von Gehirn ist dem jeweiligen technologischen können zu zuordnen, welcher dadurch auch wiedergespiegelt wird.
Nach jedem der fünf Kapitel folgen immer wieder Untertitel im Text oder Thesen und Fragen zu der jeweiligen Epoche, welche daraufhin beantwortet werden und auf das bereits geschriebene weiter eingehen. Die verschiedenen Theorien werden rückblickend verglichen und komplexe Theorien, Gesetze und Innovationen werden ebenfalls einfach und strukturiert erklärt und miteinander verknüpft, wodurch sich ein roter Faden durch das Buch hindurch sich bildet.
Besonders interessant fand ich die Textstelle mit der Forschung von Da Vinci und Platon, genauso die wenigen jedoch sehr spannenden Abbildungen. Auch die historischen und philosophischen Aspekte haben mich sehr begeistert und die (geistigen) Erkrankungen und die damit verbundenen Sprachstörungen. Über den Geist bzw. die Seele gab es leider zu wenig Information, worauf ich mich eigentlich am meisten gefreut hatte. Es wurde wenig darauf eingegangen und zu wenig darüber erwähnt.
Besonders beeindruckt war ich von den vielen verschiedenen Forschern die im Buch erwähnt wurden und noch mehr von dem Gehirn selbst.


Fazit: 
Alles in allem kennt man vieles bereits aus der Schule, jedoch nicht in dem Ausmaß und nicht so interessant. Sehr vieles war neu und durch den angenehmen Schreibstil des Autors, war das Öftere Lesen nicht anstrengend, sondern gab einem ein besseres Verständnis über das geschriebene. Das Buch " Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist" ist nichts für zwischendurch (es sei den man kennt sich bereits perfekt auf dem Gebiet aus)  und erfordert einen gewissen Grad an Konzentration. Ich selbst habe es Stückweise gelesen um nicht abzuschweifen. Es ist unglaublich gut zusammengefasst und bietet einem einen umfassenden Überblick über die Hirnforschung der verschiedenen Epochen hinweg. Zudem wird nicht mit gruseligen Details von Experimenten gespart und auf die grausamen Taten an Juden,KZ-Häftlingen und Tieren eingegangen.
Ein sehr interessantes, spannendes und empfehlenswertes Buch für jeden der an dem Gehirn, Biologie und Geschichte interessiert ist.

Dank:
 Zudem möchte ich mich natürlich bei dem Pantheon Verlag , sowie der Verlagsgruppe Randomhouse bedanken, die mir dieses Rezensionsexemplar freundlicherweise zugeschickt haben. Ich bedanke mich nochmals bei Ihnen für die Möglichkeit dieses tolle Werk rezensieren zu dürfen und für die tolle Zusammenarbeit.